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Der Tag, an dem ich fast von einem Baboon in Stücke gerissen wurde.

  • Writer: Anna
    Anna
  • Apr 4, 2020
  • 3 min read

Updated: Apr 12, 2020

Heute endet das Rückholprogramm und der letzte Flieger geht nach Deutschland.

Erstmal.

Bis die ganze Geschichte vorbei ist.

Die Chance haben 2 Volontäre hier ergriffen und ich sitze immer noch ohne Visum fest.

Mal schauen wann es für mich zurückgeht.

In letzter Zeit hat sich hier zudem super viel verändert.. und nicht alles zum positiven.

Wir dürfen die Autos nicht mehr nutzen, was bedeutet, dass wir so Sachen wie Outsidefeeding, erlaufen müssen.

Das heißt: Schubkarre, Futter und los geht’s.

Richtige Aktivitäten können wir daher kaum noch machen, da man für viele Dinge ein Auto bräuchte.

Die Enkeltochter von der Besitzerin hingegen darf, wann sie möchte, mit dem Buggy rumfahren.

Soviel zum Thema, wir müssen Sprit sparen.

Zusammengefasst bedeutet das:

Wir zahlen und sie verbraten unser Geld.

Trotzdem werden wir vom Großteil des Staffs immer noch nicht akzeptiert.

Was man besonders an solchen Sachen merkt, wie dass sie auf Afrikaans über uns reden.

„Die Volonteers“ das verstehen selbst wir, und dass Afrikaans dem Deutschen nicht allzu fremd ist, ist der Rest der Konversation auch leicht zu verstehen.

Auch die Toiletten, sowohl im Restaurant als auch neben dem Office dürfen wir nicht mehr benutzen.

Der ganze Staff arbeitet jetzt zudem in Schichten.

Die einen von 8-12 Uhr und die anderen von 14-18 Uhr.

Unsere Pause wurde dementsprechend natürlich auch gekürzt und wir dürfen weiterhin Vollzeit arbeiten.

Doch unsere Headcoordinatorin macht alles möglich, damit wir hier eine tolle Zeit haben und uns auch hier nicht die Decke auf den Kopf fällt, da wir zu 90% nur noch im Foodprep stehen, und es allmählich monoton wird.

Also spielten wir letzten Sonntag Paintball mit Slingshots, machen regelmäßig Gamenights mit Poker, laufen zu den Löwen und schauen uns dort den Sonnenuntergang mit Gebrüll im Hintergrund an, und und und.


Heute haben wir meinen Lieblingsvervet, Rafiki, zu den wild vervets gebracht, wo er ein riesiges enclosure hat mit viel Spielmöglichkeiten.

Doch kaum war er in dem enclosure, fingen die wild vervets an ihn zu challangen und er saß wie ein kleiner Junge auf einem Ast und wusste nicht wohin mit sich.

Ich hoffe, er integriert sich gut, sodass er schon bald frei rumlaufen kann.


In meine geliebten Teenager können wir jetzt auch nicht mehr reingehen, nachdem ich fast von dem Alpha, Bobbie, zerfetzt wurde.

Der Mann unserer Headcoordinatorin und ich wollten reingehen, um sie zu füttern, und standen in dem Vorenclosure.

Als wir gerade das Gate geöffnet hatten, kam Bobbie an und wollte mir den Eimer mit Futter aus der Hand reißen.

Der Mann unserer Headcoordinatorin nahm mir den Eimer aus der Hand und bei Bobbie legte sich ein Schalter um.

Er schrie.

Sprang auf mich los und Fiela, eine jüngere Baboondame, kam ihn zur Hilfe.

Seine Zähne blitzten aus seinem Mund hervor.

Er drückte Bobbie zurück ins enclosure, er schrie immer mehr und sprang gegen den Zaun.

Griff durch um mich zu packen.

„Get out!“

Ich hing mit meinem Tshit am Draht hinter mir fest und ich versuchte mich mit zittrigen Händen davon zu lösen um den Draht von der anderen Tür zu öffnen.

Währenddessen griff Bobbie immer wieder durch, um mich zu packen.

Als ich endlich draußen war, schaute mich meine Headcoordinatorin und ihre kleine Tochter, die auf ihrem Schoß saß, nur geschockt an, ich war kreidebleich.

Die Nacht darauf verfolgte mich Bobbie in mehreren unterschiedlichen Träumen, sodass ich jedes Mal aufs Neue panisch aufwachte.

Für nächste Woche ist dann ein Teenagerwalk angesetzt und, obwohl ich bisher nie Angst vor irgendeinem Tier hier hatte, bekomme ich alleine bei dem Gedanken daran Bauchschmerzen..



 
 
 

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