Ende mit/ohne Schrecken
- Anna

- Sep 20, 2020
- 3 min read
Wir erlebten viel. Viel wunderschönes. Hatten unsere Hochs und Tiefs. Sind zusammengewachsen wie eine Familie. Sind tausende von Kilometern gefahren. Haben zusammen geweint, gelacht und uns auch manchmal angeschrien aber dafür auch wieder vertragen und ein Bier darauf getrunken.
Dass das jetzt alles vorbei ist, hätten wir alle nie im Leben mehr gedacht.
Der Rest unserer Reise war voll von Abschieden.
Ich hasse Abschiede.
So etwas konnte ich noch nie, doch nach diesem Jahr bin ich daran immer besser geworden. Doch wirklich mögen tue ich es deshalb trotzdem immer noch nicht.
Nachdem ich an der angolanischen Grenze fast von einer Himba-Lady in die Epupa-Wasserfälle geschubst wurde und der Trip für mich ein Ende genommen hätte, fuhren wir wieder gen Süden.
Wir änderten unsere Route so oft, dass wir selbst fast den Überblick verloren.
Also machten wir uns auf den Weg nach Sesfontein und wollten an einem weiteren Wasserfall campen.
Ich glaube dieser Weg verlangte alles von uns ab, denn es ging so tief auf und ab, über Felsen und durch Wasser hindurch. Doch es lohnte sich, auch wenn es nur für eine Nacht war, denn wir hatten zwar einen gigantischen Wasserfall erwartet, bekamen dafür aber einen Pool mit integriertem Wasserfall. Alles natürlich und in Felsen.
Wir waren dort nur für uns und nach knappen 6h Autofahrt, zudem mit einem Fremden, denn wir konnten unseren Tourguide nicht bezahlen und mussten ihn mit in die 3h entfernte Stadt nehmen, um dort Geld abzuheben, tat ein erfrischendes Bad nur zu gut.
Danach wurde es aber irgendwie nicht mehr besser. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es auf das Ende zugeht, wer weiß.
In Spitzkoppe hatten wir vermutlich eine der schlimmsten Campsites nach Halali, sodass wir ganze 3h im Auto sitzen blieben, ohne auch nur den Boden zu berühren.
Es gab kein Waschbecken, die Toilette glich der eines Dixiklos und die Dusche war ganze 1.80 hoch und auf einer Europalette gebaut, sodass Ansi einfach mal gebückt duschen durfte, ansonsten blieb sein Kopf trocken.
Ansonsten konnte man sich immer wunderbar mit der Person in der Dusche unterhalten und das sogar mit Blickkontakt. Definitiv ein Pluspunkt.
Auch der Scent von Kläranlage beim Candlelightdinner war traumhaft.
Nach einem kurzen Abstecher zum CapeCross, nachdem wir alle für Verwesungs-, Algen- und Fischgeruch und schreiende Seehunde viel zu viel bezahlten und der Geruch sogar zum Mitnehmen war, in der Kleidung, fuhren wir weiter nach Walvisbay um uns dort von zwei Bekannten zu verabschieden, die wir auf der Farm kennengelernt haben.
Doch das Wetter in Walvisbay und Swakopmund gab mir das Gefühl, ich wäre schon jetzt zurück in Deutschland.
Es war kalt und diesig. Erst am letzten Tag kam die Sonne durch.
Wären die beiden nicht gewesen, hätten wir definitiv unsere Sachen gepackt und uns wieder auf den Weg Richtung Norden gemacht.
Ich weiß nicht wie ich es in Deutschland aushalten soll. Schon bei 18 Grad lief ich mit 3 Lagen und Schal herum.
Doch nachdem die Sonne rauskam, stellten wir fest, dass es doch garnicht so eine unschöne Stadt war.
Der Abschied war schwer. Man weiß halt einfach nie, wann man sich mal wiedersehen wird.
Mit Blick auf Dünen und Meer, und das zur gleichen Zeit, machten wir uns dann weiter zum nächsten Stopp, verabschiedeten uns dort von einer weiteren Bekannten von der Farm und dann fuhren wir zu unserer alten Farm. Ein letztes Mal.
Ich fuhr schon mit einem komischen Gefühl durch das Maingate.
Und es bestätigte sich. Wir waren absolut nicht willkommen. Außer den Bushmännern und ein paar wenigen Staff Leuten, wollte uns niemand da haben. Und das spürten wir.
Als morgens im Meeting verkündet wurde, dass wir kommen, wurde nur gefragt, wo wir schlafen.
“Campsite”, wurde dann entgegnet.
“Na dann ist ja gut.”
Damit war die Sache gegessen.
Sobald unsere Campingplatznachbarn am nächsten Tag verschwunden waren, hatten wir weder Strom, noch warm Wasser, noch Security, die uns die Campsite Baboons vom Hals hielt.
Jeden Morgen wurden wir von einem ausgewachsenen Baboon geweckt, der auf Sinas und meinem Zelt um spätestens 6:30 rumturnte.
Einen Nachmittag zerstörten sie die gesamte Campsite. Doch das war allen egal, denn es waren ja wir.
Wir durften nicht mal mit auf Aktivitäten gehen.
Unsere Headcoordinatorin und der zurückgebliebene (also nicht in der Art) Volontär, fragten nach, es hieß nein.
Wir waren wirklich enttäuscht. Wir beschlossen selbst noch einmal nachzufragen, durften dann wenigstens etwas mitmachen.
Ich könnte hier jetzt noch mehr schreiben, doch das spare ich mir auf.
Wir sind jetzt auf jeden Fall in Windhoek angekommen, haben alle unseren Reisepass wieder (ich habe auch endlich ein gültiges Visum), und werden einfach in nicht mal einem Tag im Flieger nach Deutschland sitzen.
Falls wir nicht am Boarding auf einmal einen Coronatest nachweisen müssen und dann nicht durchkommen. Aber das werdet ihr ja dann merken.


















































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