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Und dann kam Moose...

  • Writer: Anna
    Anna
  • Jan 17, 2020
  • 4 min read

Updated: Apr 11, 2020

Ich wusste, dass dieser Tag irgendwann kommen wird, doch insgeheim habe ich dann doch darauf gehofft, dass er nicht kommt.

Also stand ich mit Tränen in den Augen im Foodprep und dachte nur daran, was ich mit meinem Leben nach all dem hier anfange.

Bevor ich herkam, war für mich alles glasklar.

Praktikum, nebenbei Arbeiten und zum Wintersemester studieren, am besten alles perfekt absolvieren und dann einen guten Job finden, eine Familie gründen.

So richtig Klischee eben.

Aber wisst ihr was? So eine Weltansicht zu haben macht einen kaputt.

Nur die kleinste Sache, die dann mal nicht so läuft, wie es in den scheinbar “perfekten” Plan passen sollte, fühlt sich für einen so an, als würde gerade die Welt um einen herum untergehen. Klar hilft es da, einfach mal einen Schritt zurück zu gehen und die ganze Situation aus einer gewissen Distanz zu betrachten, doch das scheint definitiv einfacher gesagt als getan.

Und genau so habe ich mich die letzte Woche gefühlt.

Ist der Studiengang den ich gewählt habe, wirklich der richtige?

Kann ich das so lange studieren?

Will ich das auch wirklich mein ganzes Leben lang machen?

Als ich dann auf AM Tour war und einer der Gäste, die dabei war, eine Rangerausbildung gemacht hatte und sich mit unserem Tourguide darüber unterhielt, welcher auch Ranger ist, fing ich wieder an zu grübeln.

Für die, die es nicht wissen: Bevor ich meine Projekte gebucht hatte, wollte ich eigentlich eine 1 jährige Rangerausbildung in Südafrika und Namibia machen, was aufgrund des extrem hohen Preises dann doch rausgefallen ist.

Den Tag vor der AM Tour waren wir mit unserem Tourguide schon auf Hiking & Tracking und auch wenn wir nur ein paar Tracks gefunden haben, war ich überglücklich, als er uns jedes kleine Detail über noch so kleine Dinge um uns herum erklärte, die dann doch plötzlich relevant werden, um zu erkennen, ob sich ein Tier in deiner Umgebung aufgehalten hat.

Auch wenn es nur ein glatt geschliffener Baumstumpf ist, an dem sich ein Warzenschwein gerieben hat..

Meine Augen strahlten nur so vor sich hin. Die Schmetterlinge flogen über das weite Grün und ich dachte mir, ich will hier nie wieder weg.

Genau so fühlt sich frei sein an.

Als ich mich dann mit der Besucherin, auf der AM Tour, und unserem Tourguide über die Rangerausbildung unterhielt, fing ich es immer und immer mehr an zu bereuen, dass ich es nicht gemacht habe, auch nicht nur den Level one Field Guide für 3 Monate.

Unser Tourguide meinte dann zu mir, er hätte seine Ausbildung über eine andere Organisation gemacht und könnte mich vermitteln, wenn ich will.

Klar, man will etwas unbedingt und ich traurig über irgendwas, wenn es dann doch nicht geht, aber wenn etwas dann in so greifbarer Nähe steht, denkt man doch ein paar mal öfter darüber nach.

“You can do the Level 2 Field Guide directly and then work here for 25 weeks as a tourguide!”

Erst war ich nur glücklich so ein Angebot zu bekommen, denn irgendwo im Busch, bei wilden Tieren, nur im Schlafsack, leben und Game drives machen, Tracking lernen, zu Fuß durch den Busch marschieren und dann wieder hierherkommen... das wäre schon ein Traum!

Doch dann traf die Realität in meine Gedanken wie eine Bombe.

Wie soll das bitte funktionieren?

Was fange ich dann damit an?

Und was genau will ich eigentlich mit meinem Leben anfangen?

Will ich wirklich für immer in Afrika bleiben?

Es fühlte sich an, als würde ich mich mitten in einer Midlifecrisis befinden.

Fantastisch.

Gerade erst 20 und komplett überfordert mit meinem Leben.

Doch zum Glück bin ich hier nicht alleine mit meinen Gedanken.

Denn wie eine gute Freundin so schön sagt: “Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.“

Und so verbrachten Talea, Sina und ich viele tiefgründige Gespräche darüber.

Klar bin ich jetzt immer noch nicht schlauer, aber es beruhigt mich, dass ich nicht die einzige ohne Plan bin. Also suchen wir uns alle Anregungen und Ideen, machen uns die Zeit hier so schön wie wir nur können, denn leider fahren die Beiden schon in 2 Wochen.

Aber Alltagssorgen haben hier eigentlich nichts zu suchen, denn wir haben hier gerade die beste Zeit unseres Lebens und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hälfte der Zeit hier heute schon rum ist, und dass danach kein weiteres Abenteuer mehr auf mich wartet, sondern der Flieger nachhause.

Dort werde ich nicht von einem Eland attackiert, wenn ich aus dem Gartenzaun komme.

Long story short: Wir machten das Wasserloch bei den 2 cheetah’s Atheno & Boutica sauber, bis Moose kam.

Moose ist ein sehr großes Eland.

Wir waren fertig, ich wollte das Gate für das Auto öffnen, machte es wieder zu, “Watch out” ich drehte mich um und schon hatte ich die Hörner von Moose in meinem linken Arm und meiner linken Rippe stecken. Aber gerade alles nochmal gut gegangen.

Mit erschrockenem Blick und etwas zitterig rannte ich zum Auto und musste mich erstmal kurz beruhigen, bevor auch ich darüber herzlich lachen konnte.

Zum krönenden Abschluss möchte ich euch noch einmal stolz mitteilen, dass ich mich hier verewigt habe!

Die Kuh, die ich im letzten Eintrag erwähnt habe, hat ihr Kälbchen bekommen und wir durften alle einen Namen aufschreiben.

Da wir schon Ham & Happy Meal für unsere Warzenschweine haben, dachte ich mir, wäre Big Mac eine gute Ergänzung.

Leider wurde Sammy gezogen... doch als unsere Head Coordinatorin dann die restlichen Namen laß, kam nur:”Sorry guys, the new Name is Big Mac.“






 
 
 

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