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Und ich springe, seh mich auf die Fresse fliegen...

  • Writer: Anna
    Anna
  • May 10, 2020
  • 3 min read

Mittlerweile schlafe ich mit einem Schlafsack, einer Wolldecke und meiner normalen Decke, denn Nachts wird es immer kälter.

Da unsere Cabins nur aus Holz bestehen und sich daher auch mal Löcher oder Spalten bilden, wird es recht frisch.

Aus gegebenen Anlass durften wir, die 8 Corona-Volunteers, nach Gobabis, die nächstgelegene Stadt, fahren und uns dort mit allem eindecken, was wir brauchen.

Ich glaube keiner von uns war jemals so begeistert, in die Stadt zu fahren.

Wir fuhren ca. 1 Stunde und kurz bevor wir Gobabis erreicht hatten, drehte sich unser Fahrer um, wir sollen uns bitte anschnallen und den Mundschutz aufsetzen.

Wir passierten zwei Sicherheitskontrollen, bewaffnete Männer mit Sonnenbrille und Maske schauten, ob wir auch alle eine Tragen.

Als wir das Stadtzentrum erreichten, sah man hunderte Menschen umherlaufen, alle mit den verschiedensten Varianten von Gesichtsmasken. Die standard Arztmasken, Bandanas, Kuschelsocken, Sturmhauben, und und und.

Vor jedem Laden bildeten sich Schlangen die sich die Gehwege entlang zogen.

Wir wurden in der Mall abgesetzt und bevor wir herein durften, wurde wieder geprüft, ob wir unsere Masken tragen. Ein Mann weigerte sich und wollte an den Sicherheitskräften vorbei...promt wurde er von einem der starken Männer umgetackelt.

Sobald wir einen Laden, nach ewig langer Wartezeit, betreten durften, wurde uns Desinfektionsmittel in die Hände gegeben, genauso wie vor dem Bezahlen und bevor wir den Laden wieder verließen.

So oft wie an diesem Tag, habe ich mir meine Hände glaube ich noch nie desinfiziert.

Doch meine Begeisterung ebbte schon nach ca. einer Stunde wieder ab, ich wollte einfach nur wieder zurück zur Farm.

Das tragen der Maske, das Gedrängel auf den Straßen, das Anstehen.. all das war zu viel für mich nach über 5 Monaten im Busch.

Dazu kam auch noch, dass ich all die Einkäufe und Wege auf Gehhilfen absolvieren musste, da ich mich vor 2 Wochen so böse verletzt habe, dass mein Knie jetzt nicht mehr so will wie ich.

Dass die Holzpfosten nicht fest im Boden verankert sind, konnte ja keiner ahnen...

Wir acht haben in knapp 4 Stunden fast ganz Gobabis leergekauft.

Doch trotz all dem Stress, war es ein schöner Tag und man merkt, wie wir alle, trotz super unterschiedlicher Charaktere und Altersgruppen, mittlerweile wie eine Familie sind.

Der Abschied wird mir definitiv schwerer fallen, als all die Abschiede bevor, was ich zu Beginn nie gedacht hätte. Denn wir hatten schon so unsere Problemchen mit dem einen oder anderen.


Da es ja jetzt auf den Winter zugeht, brauchen auch unsere Tiere besondere Fürsorge.

Unser kleiner Enrico schläft ja sowieso jede Nacht bei einem von uns und hat es entweder im Pulli oder unter der Bettdecke schön warm.

Sein etwas größer Kumpel Mojo hingegen hat jede Nacht noch draußen verbracht, ebenso wie Ouma.

Also dürfen wir jetzt jeden Abend die beiden Vervets in den Milchraum bringen und sie mit Wärmflaschen und Decken ausstatten.

Das können wir alle verstehen.

Doch das wir jeden Nachmittag die Erdmännchen und Mongoosen in die Nursery bringen müssen, Heizstrahler auf sie richten und mit einer Tonne von Decken in einen Käfig packen müssen, das hat bei uns allen auf Unverständnis gestoßen.

Die Tausend Mongoose auf der Lawn bringen wir ja schließlich auch nicht an einen warmen Ort?

Die Antwort darauf war dann, es sei ja nur eine kleine Gruppe, weshalb sie sich nicht warmhalten können.

Lassen wir das Ganze einfach mal so stehen..


Einen Abend haben wir Mädels und unsere Headcoordinatorin beschlossen, wir machen einen Mädelsabend auf der Library, schauen uns den Sonnenuntergang an, essen etwas Gutes und unterhalten uns über all die Dinge, die uns beschäftigen und nichts für die Ohren der männlichen Wesen bestimmt ist.

Also stellte ich mich nachmittags in die Küche und machte uns Snacks und Dips.

Es war echt schön, mal wieder zu kochen und ein paar schöne Stunden mit den Mädels zu verbringen.


Meine Gedanken kreisen jeden Tag um meine Zeit in Südafrika, und die Angst um meine Kleinen nimmt immer mehr zu.

Ich hoffe, dass es ihnen allen gut geht und sie auch ohne Volontäre, die sich um sie kümmern, alle glücklich und gesund sind.


 
 
 

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